HSG geht auf dem Zahnfleisch
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Binger Oberligist gehen zum Ende der Saison die Spieler und die Kräfte aus / Sonntag in Zweibrücken
Vier Spieltage vor dem Saisonende in der Oberliga RPS gehen die Handballer der HSG Rhein-Nahe Bingen auf dem Zahnfleisch.
Wie die Analyse des wenig überzeugenden Auftritts gegen die HSG Kastellaun/Simmern und die anschließenden Gespräche ergaben, fehlten einigen Spielern die Kraftreserven, um angesichts der dünnen Personaldecke die 60 Minuten auf gewohntem Niveau durchzustehen. „Bei den Dauerbrennern, die immer durchspielen, merkt man, dass die Akkus nicht mehr richtig voll werden. Das ist auch ein Grund, warum wir letzten Sonntag nicht mehr so durchschlagskräftig waren. Nach dem Spiel waren alle ziemlich platt", erklärt HSG-Trainer Konrad Bansa. Verantwortlich macht er für diese Entwicklung viele Erkrankungen und kleinere Blessuren im Laufe der Saison, die immer wieder dafür sorgten, dass einzelne Spieler nicht regelmäßig trainieren konnten.
Angeschlagene Spieler
Richtig erwischt hat es Sebastian Diehl, dessen Knieverletzung aus dem Spiel gegen Merzig sich als Kreuzbandriss herausstellte und bereits operiert wurde. Der Allrounder, der außer am Kreis und im Tor schon auf allen Positionen für Entlastung sorgte, wird damit bis weit in die nächste Saison hinein ausfallen. Ob der scheidende Vincent Klug der HSG in den letzten vier Spielen noch helfen kann, ist auch sehr fraglich. Wegen Schulterproblemen war der Shooter in den letzten Wochen nur ein Schatten seiner selbst. Sein Einsatz beim kommenden Auswärtsspiel (Sonntag, 18 Uhr, beim VTZ Saarpfalz) ist ebenso fraglich wie der von Marcel Trierweiler, den zuletzt eine Wadenzerrung außer Gefecht setzte.
Auch die Gastgeber der VTZ Saarpfalz hinterließen in den vergangenen Wochen nicht mehr den frischesten Eindruck und kassierten drei Niederlagen in Folge. Dabei waren mit der TSG Friesenheim II, der HSG Kastellaun und dem TV Nieder-Olm drei Abstiegskandidaten die Gegner. Nach 2:10 Punkten aus den letzten sechs Spielen steht der VTZ in der Tabelle nur noch zwei Punkte vor den Bingern, die mit einem Sieg am Sonntag den Sprung auf Rang sieben schaffen könnten. Beim VTZ steht wohl ein großer personeller Umbruch ins Haus, der nach der Saison viele Spieler abwandern lässt. Wie stark die Zweibrücker sich präsentieren werden, ist also offen.
Welch großes Potenzial sie haben, weiß Bansa hingegen genau. „Das ist eine sehr erfahrene Truppe mit einem Top-Rückraum und einem starken Torwart. Sie arbeiten mit vielen Kreuzungen im Rückraum, um ihre Schützen in Position zu bringen, und sie sind uns körperlich überlegen, weshalb wir in der Abwehr gut kooperieren müssen. Ich erwarte ein sehr schweres Auswärtsspiel."
Dass die Binger den Saarpfälzern Paroli bieten können, haben sie jedenfalls schon im Hinspiel mit einem 29:27-Heimsieg in der frisch eingeweihten Rundsporthalle bewiesen. Dass die sanierte Halle nun auch wieder Schauplatz der Messe ist, kostete die HSG in dieser Woche allerdings zwei Trainingseinheiten. Eine wurde in den Kraftraum verlegt, die andere gemeinsam mit der zweiten Mannschaft am Freitag absolviert. Dabei wollte Bansa dann auch klären, ob er zur Ergänzung des Kaders Verstärkung aus der Reserve mitnimmt. Da diese gleichzeitig ihr Saisonabschlussspiel in Osthofen bestreitet, dürfte dies jedoch nur sehr eingeschränkt möglich sein. Also müssen sich die Binger Dauerbrenner auch in Zweibrücken wieder durchbeißen und hoffen, dass die Körner reichen, um etwas Zählbares mitzubringen.
Quelle: Dirk Waidner, Allgemeine Zeitung Bingen, 23.04.2016


